2017:

Februar/ März:

  • Erster kombiniert medizinisch-zahnmedizinischer Einsatz in Bigu Gompa/ Rolwaling in Zusammenarbeit mit dem Bremer Verein "Brepal e.V." und Desoca e.V.
  • Die zwei Zahnärztinnen Anna-Lena Hillebrecht und Wiebke Behrens behandelten dieses Jahr mit Dr. Klaus Eckert (Internist, Nephrologe, Tropenmediziner), Dr. Viola Hellmann (Gynäkologin) mit ihrem Mann Prof. Dr. Volker (Ingeneur), Marianne (Internistin) und Felix Mittag (Anästhesist) in einem Partnerprojekt.

Bigu Gompa befindet sich eine Tagesfahrt mit dem Auto und eine anschließende gemütliche Wanderung von 6-8 Stunden entfernt nordöstlich von Kathmandu an der tibetischen Grenze.

Auch die Region Bigu ist von dem Erdbeben 2015 stark mitgenommen worden. Ein 1934 errichtetes Nonnenkloster, das insgesamt ca. 80 buddhistische Nonnen beherbergt ist dabei vollkommen zerstört worden. Bis heute Leben nicht nur die Nonnen, sondern auch der Großteil der Bevölkerung des nur zu Fuß zu erreichenden Bergdorfes, in provisorisch erstellten Unterkünften aus Brettern, Planen, Steinen und Wellblech.

 

2017 hat Desoca e.V. ein gemeinsames Projekt mit Brepal e.V. realisiert, einem aktiven Hilfsverein mit Sitz in Bremen, der ganz regelmäßig Ärzte verschiedenster Fachrichtungen nach Nepal sendet, welche vor Ort, vor allem in einem durch den Verein errichteten Hospital, Hilfe leisten.

 

Ziel war es, neben der medizinisch-zahnmedizinischen Basisversorgung der Bevölkerung, herauszufinden, ob sich Bigu als neuer Standort für ein medizinisches Versorgungszentrum eignet, in dem auch eine zahnmedizinische Behandlungseinheit untergebracht sein soll.

Ein solches, von der Bevölkerung sehr gut angenommenes und auf modernen Standards basierendes Hospital, das ebenso ein gut funktionierendes, zahnmedizinisch gut ausgerüstetes Behandlungszimmer beherbert ist durch den Verein "Brepal e.V." bereits vor Jahren in dem Ort Banjhakateri in Nepal errichtet worden.

Nach einem 7-stündigem Fußmarsch erreichten wir am Nachmittag Bigu Gompa auf seinen ca. 2600m Höhe. In freudiger Erwartung unseres Ärzteteams wurden uns einfache Unterkünfte erstellt und uns Zahnärzten eine Art "Holzschuppen" (siehe Foto Mitte) errichtet zum Behandeln. Neben kartonweise Verbrauchsmaterialien, haben wir 700 Zahnbürsten mitgebracht, einen Autoklaven (Dampfsterilisator für die Instrumentenaufbereitung), sowie erstmalig eine "mobile Einheit", dh. einen portablen "Bohrer". Sogar einen klappbaren Behandlungsstuhl haben wir organisieren können. Mit ein paar Kabeln wurde uns Strom in die "Hütte" gelegt für die mobile Einheit, und für den Fall eines Stromausfalls (... den es mehrere Male am Tag gab) lag auch ein Dieselgenerator vor.

Unser Einsatz in diesem Jahr sollte sich also Dank eines Stromzuganges und toller Organisation mit unserem Partnerverein Brepal e.V. unser zahnmedizinisches Behandlungsspektrum um Füllungstherapien und Fissurenversiegelungen erweitern.

 

Auch ein Dampfsterilisator konnte dieses Jahr Dank Spenden angeschafft werden, um die Instrumente ohne Chemie aufzubereiten!

 

Das Ärzteteam baute sich ein altes Schulgebäude zu 2 Behandlungszimmern um und richtete vor dem Gebäude eine kleine Apotheke ein.

 

Insgesamt war der Einsatz auch dieses Jahr wieder ein toller Erfolg!

 

Die Zahnärzte untersuchten insgesamt 164 Patienten, davon waren 125 Frauen. Das durchschnittliche Alter betrug 37 Jahre. 76 Patienten stellten sich mit akuten Schmerzen vor, weitere 12 berichteten von gelegentlichen dentalen Beschwerden. Bei allen Patienten wurden die Zähne, wenn nötig auch in Form einer Parodontitistherapie, professionell gereinigt. Es wurden insgesamt 67 Füllungen/ Fissurenversiegelungen wurden durchgeführt und 139 Zähne, die nicht mehr erhaltungswürdig waren, auf Wunsch des Patienten entfernt.

September/ Oktober:

 

In dem Ort Banjhakateri, im Westen Nepals, ist durch Brepal e.V. ein Hospital errichtet worden, in dem es eine kleine Zahnstation gibt. Voll ausgestattet und angeschlossen an das Stromnetz kann den nepalesischen Patienten hier ein großes Spektrum der Zahnmedizin angeboten werden. Zwar sind auch hier die Bedingungen etwas einfacher als in Deutschland, aber neben Zahnentfernungen können hier auch Füllungen gelegt, Fissuren versiegelt, Parodontitisbehandlungen durchgeführt und auch Prophylaxemaßnahmen durchgeführt werden.

      

Im Oktober 2017 haben sich zwei Zahnärztinnen aus Deutschland auf den Weg nach Banjhakateri gemacht und dort zahnmedizinsch behandelt.

 

Siehe: Einsatz in Banjhakateri